SALZBURG / LINZ (13. Oktober 2009). – Sie gilt als Branchentreffpunkt für die österreichische Automatisierungsbranche, als die umfassende Informations- und Kommunikationsplattform für alle Sparten der Anbieter- wie Anwenderseite. Am vergangenen Freitag (Anm.: 9. Oktober) ging im Design Center Linz die sechste Ausgabe der >Smart Automation Austria< zu Ende, an der sich insgesamt 436 vertretenen Unternehmen, darunter 184 Direktaussteller beteiligt hatten. Sie präsentierten die neuesten Lösungen und Systeme aus den Bereichen Antriebstechnik (elektrisch/mechanisch), automatisiertes Handling, Bussysteme und industrielle Kommunikation, Bedienen und Beobachten/Visualisierungstechnik, Dienstleistungen, Engineering für die Automatisierungstechnik, Industrie-Elektronik, Pneumatik für die Automation, Mess- und Regeltechnik, Prozess-Leittechnik, Sensorik und industrielle Bildverarbeitung sowie Steuerungstechnik/SPS.
Messebilanz: Positiv und ermutigend
„Die Bilanz fiel positiv und ermutigend aus. Wir konnten nach dem Rekordbesuch vor zwei Jahren (Anm.: rund 8.500 Fachbesucher) mit diesmal 8.279 Fachbesuchern das zweitbeste Ergebnis seit Bestehen der >Smart Automation Austria< verzeichnen“, erklärte Direktor Johann Jungreithmair nach Messeende. Der CEO von Organisator Reed Exhibitions Messe Salzburg hatte von der diesjährigen Veranstaltung angesichts der allgegenwärtigen weltweiten Wirtschaftslage bereits im Vorfeld besondere Signalwirkung und den Charakter einer Standortbestimmung der Branche erwartet: „Aus dem Messeverlauf und zahlreichen Gesprächen mit Ausstellern und Fachbesuchern können wir die Botschaft ableiten, ‚die Talsohle ist durchschritten‘. Die Branche ist inzwischen gut auf die Situation eingestellt und man weiß, dass die Unternehmen unter großem Kostendruck stehen, der neue Rationalisierungs- und Automatisierungsschübe auslösen wird. Aber auch beim Fachpublikum, also den Kunden unserer Aussteller, herrscht vorsichtiger Optimismus; das geht sehr klar aus den Resultaten der Besucherbefragung hervor.“ Für den Österreich-Chef von Reed Exhibitions zählt aber noch ein anderer Aspekt: „Die >Smart Automation Austria 2009< hat wieder bewiesen, wie wichtig und unverzichtbar das Marketing- und Kommunikationsinstrument Fachmesse für das vorwiegend von KMUs getragene Wirtschaftsleben in Österreich ist“.
Ing. Christian Friedl, Leiter des Geschäftsbereiches Messen bei Reed Exhibitions, belegt die positive Einschätzung des konjunkturellen Klimas mit Zahlen aus der Umfrage durch das Linzer „market-Institut“: 51,9 Prozent der befragten Fachbesucher gaben an, mit der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation ihrer Branche zufrieden zu sein (Anm.: Schulnoten 1 und 2; plus 3 = 81,2 %). Mit Blick auf die Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten rechnen 59 Prozent sogar mit einer deutlichen Verbesserung der Entwicklung. „Das ist ein positives Stimmungsbild, das eine solide Basis aufweist“, so Christian Friedl.
Kompetente Vorträge und Workshops
Parallel zum Produktangebot der Aussteller begeisterten die Vorträge und Workshops im Rahmenprogramm. Thematisiert wurden unter anderem „Aktuelle Anforderungen und Neuheiten in der Staub- und Emissionsmessung“ sowie die Vorstellung des „Einsatzes von CD/DVD Robotersystemen und Printing-OnDemand für produktspezifische Dokumentationen“. Weiters standen Automation-Neuheiten für die skalierbare Steuerung sowie Kompaktumrichter für Pumpen und Lüfterapplikationen am Programm.
Ein Workshop behandelte die „Profibus-Diagnose in der Praxis“, ein Vortrag das Thema „samos® pro Sicherheit wirtschaftlich programmiert“; außerdem wurde der „Industrieroboter IRB 4600 – the sharp generation“ präsentiert. „Automatisieren in Ex-gefährdeten Bereichen“ und der „Pragmatische Ansatz zur Bewertung der funktionalen Sicherheit von Schutzeinrichtungen nach EN 61508“ standen gleichfalls am Plan, ebenso die „neue Technologie, die die HMI/SCADA-Welt revolutioniert“.
Erstmals Online-Highlightführer
Zur >Smart Automation Austria 2009< hatte Veranstalter Reed Exhibitions erstmals im Vorfeld einen „Highlight-Führer“ kreiert, der direkt auf der Internet-Startseite der >Smart Automation Austria< platziert war. Mit einem schönen Starterfolg: Mehr als 50 Unternehmen haben davon Gebrauch gemacht und bereits im Vorfeld ihr auf der Messe gezeigtes Produkt-Highlight mit Bild, Text und Kontaktinformation auf www.smart-automation.at vorgestellt.
Sehr gute Umfragewerte
Messeleiterin Eveline Sigl und ihr Organisationsteam konnten sich über gute Bewertungen durch die >Smart Automation Austria<-Besucherschaft freuen. So zeigten sich annähernd neun von zehn Befragten (88,7 %) mit der Messe insgesamt sehr zufrieden, und 92,9 Prozent erklärten, die >Smart< Geschäftspartnern weiterempfehlen zu wollen, mehr als drei Viertel (77,4 %) profitierten vom Messebesuch. Ungefähr jeweils die Hälfte berichtete, neue Produkte und/oder neue Anbieter gefunden zu haben. Gut ein Fünftel der Befragten (22,6 %) bescheinigten der >Smart< einen Zugewinn bei der Relevanz, 71,1 Prozent stuften diese als unverändert hoch ein.
Nach Wirtschaftssparten stellten die Bereiche Elektrotechnik, Maschinen- und Anlagenbau sowie Metallbearbeitung die stärksten Besucherkontingente. Im Vordergrund des Interesses der Messebesucher standen laut Umfragedaten die Themen Antriebstechnik, automatisiertes Handling, Steuerungstechnik/SPS, Prozess-Leittechnik, Sensorik und industrielle Bildverarbeitung/Mess- und Regeltechnik sowie Bussysteme und industrielle Kommunikation.
Ausstellerstatements: „Teilnahme war richtige Entscheidung“
Auch unter den Ausstellern herrschte am Schlusstag der >Smart Automation Austria 2009< spür- und hörbare Erleichterung. „Es war die richtige Entscheidung, dabei zu sein – die >Smart Automation Austria 2009< war ein starkes Signal der heimischen Automatisierungsbranche. Viele gute Gespräche und konkrete Projektanfragen unterstreichen die Innovationskraft des österreichischen Anlagen- und Maschinenbaus – ein wichtiges Qualitätsmerkmal in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten. (…) Die Fachmesse in Linz hat erneut unter Beweis gestellt: Wirtschaftlichkeit ist das Gebot der Stunde – effiziente Maschinen und Anlagen sind der Schlüssel dazu“, resümierte Ing. Wolfgang Keiner, Geschäftsführer von Festo Österreich.
Ing. Otto Raming, Leitung Automation Systems, Siemens AG Österreich, erklärte, dass sich „die >Smart Automation Austria< als Treffpunkt der Branche wieder rundum bestätigt hat. Wer nicht dabei war, hat etwas versäumt. Besonders erfreulich waren die ausgezeichneten Kundengespräche – es ist durchaus wieder Enthusiasmus in der Branche spürbar. Siemens Drive Technologies präsentierte in Linz besonders energieeffiziente Antriebstechnik (…)“.
Ludwig Haslauer, OEM Sales Manager bei Rockwell Automation GmbH, konnte berichten, dass „die >Smart Automation Austria< sehr gut war, wir sind zufrieden mit der Anzahl der Besucher. Eine positive Grundstimmung ist in der Branche feststellbar – ein zartes Pflänzchen Hoffnung ist da. Durch die derzeitige wirtschaftliche Situation schauen sich Unternehmen nach alternativen Systemen um; bei Endkunden stehen Prozessoptimierung und Energiesparen auf der Prioritätenliste – hier ist die Chance für die Automatisierungstechnik.“
Für Dipl.-Wirt.-Ing. Armin Pehlivan, Geschäftsführer Beckhoff Automation GmbH, war die >Smart Automation Austria 2009< eine „schöne, erfolgreiche Fachmesse. Es ist gut gelaufen, die Besucher waren interessiert, sie nahmen sich Zeit. Wir hatten gute, erfolgreiche Gespräche – in Summe war es ein angenehmes Treffen mit Kunden und Mitbewerb. Diese Fachmesse ist wie die >vienna-tec< in Wien ein Fixpunkt für uns.“
Ähnlich auch die Aussage von Ing. Patrick Hein, Marketingleiter von Eaton Moeller: „Wir sind mit der >Smart Automation Austria 2009< sehr zufrieden, die Qualität der Besucher war sehr gut, das Publikum passte perfekt zu einer Automatisierungsmesse. Es gab konkrete Anfragen und die Leute hielten Ausschau nach konkreten Lösungen; auch die Schüler waren interessiert und stellten zum Teil kompetent Fragen. Die Fachmesse ist ein Fixpunkt für unser Unternehmen“.
Sabine Schober, Geschäftsführerin von PMA Kabelschutztechnik GmbH, Mitaussteller bei Sepp Sinabell, Managing Partner bei Motovario GmbH, war zum ersten Mal bei der >Smart Automation Austria< mit dabei und zufrieden mit dem Messeverlauf: „Es ist enorm wichtig, sich in einem anderem Ambiente zu präsentieren und den Kontakt zu halten.“
Volle Kraft voraus für die >vienna-tec 2010<
Da die nächste >Smart Automation Austria< turnusgemäß im Jahre 2011 stattfindet, konzentriert sich das Messeteam um Ing. Christian Friedl und Eveline Sigl ab nun voll auf die >vienna-tec 2010<. Die internationale Fachmesse für die Industrie, die alternierend mit der >Smart Automation Austria< im Zweijahresrhythmus organisiert wird, steht vom 12. bis 15. Oktober 2010 in der Messe Wien auf dem Programm. „Der Erfolg der >Smart Automation 2009< bedeutet guten Rückenwind für die >vienna-tec<“, betont Dir. Johann Jungreithmair. „Wir sind zuversichtlich, dass sich die Aufschwungtendenzen bis dahin verstärkt haben werden und der Industriestandort Österreich auf dieser bedeutendsten Messe für die Industrie und das produzierende Gewerbe erneut seine volle Leistungsbreite ausspielt“.
Die technischen Neuheiten und Trends:
Bei der >Smart Automation Austria 2009< waren auch heuer einige völlig neu entwickelte Produkte und zahlreiche funktionelle Erweiterungen sowie Weiterentwicklungen bestehender Systeme der industriellen Automatisierungstechnik zu sehen.
Steuerungstechnik: Kürzere Entwicklungszeiten und kompakte Plattformen
Wachsender Funktionsumfang moderner Maschinen und Anlagen in der Fertigungs- und Prozessautomatisierung machen sich auch in zunehmend komplexeren Steuerungen bemerkbar. Mehr Modelle, kürzere Lebenszyklen und die geforderte Flexibilität lassen sich nur durch den Einsatz effektiver Software beherrschen. „Die virtuelle Inbetriebnahme von Maschinen und Anlagen kann hier den Entwicklungsprozess beschleunigen und führt schneller zu optimalen Steuerungsprogrammen“, war am Stand von B&R zu erfahren. Die Entwicklung und Tests von Steuerungsprogrammen können dabei bereits beginnen, wenn die Maschine noch nicht gebaut ist. Die positive Folge: Kürzere Entwicklungszeiten und wesentlich niedrigere Inbetriebnahme-Kosten.
Als einige wesentliche Highlights im Bereich Steuerungstechnik und Industrie-PC sah man bei Siemens einen neuen Micro-Controller. Bei B&R erfuhren die Fachbesucher Details über die Integration der neuen Intel Atom Prozessoren in Industrie PC – eine völlig neue Kombination aus geringer Verlustleistung und sehr guter Performance zu besonders günstigen Kosten. Und Beckhoff Automation präsentierte bei der >Smart Automation<, wie man in der Steuerungstechnik neue Wege gehen kann: Mit einer PC-basierten Steuerung, die SPS, Motion Control und Robotik auf einer einzigen Hard- und Softwareplattform vereint.
Antriebstechnik: Energiesparend und sicher
Die Themen Energieeffizienz und integrierte Sicherheit in der Antriebstechnik sorgten bei der >Smart Automation Austria 2009< für reichlich Gesprächsstoff. Die Fachbesucher aus allen Branchen interessierten sich vor allem dafür, wie sie ihre oftmals sehr hohen Energiekosten mit energieoptimierter Antriebstechnik in den Griff bekommen können.
So konnte man etwa bei Siemens oder B&R eindrucksvoll sehen, wie sich bis zu 70 Prozent an elektrischer Energie mit hocheffizienten Motoren und drehzahlvariablen Antrieben einsparen lassen. Eine weitere interessante Neuheit zeigte ABB mit Frequenzumrichtern, die einen integrierten Energiesparrechner aufweisen.
Prozessvisualisierung: SCADA-Systeme überwachen zuverlässig
Wenn sensible und komplexe Prozesse, etwa in der chemischen Industrie, grafisch darzustellen sind, kommen SCADA-Systeme von ABB, B&R, Copa Data, Rockwell, Siemens oder Wonderware zum Einsatz. Diese Anbieter präsentierten ihre aktuellen leistungsstarken Visualisierungssysteme, die teilweise tausende unterschiedliche Prozessdaten erfassen, übersichtlich darstellen und archivieren können. Dabei zeigte sich, dass trotz der komplexen Funktionsvielfalt „im Hintergrund“, die neuen SCADA-Systeme dennoch logisch und intuitiv bedienbar bleiben. Laut Aussagen einiger Aussteller informierten sich die Fachbesucher vor allem über Parametrier- sowie Skalierbarkeit, Plattformunabhängigkeit und eine mögliche Integration in bestehende Anlagen. Das Interesse galt ebenso einer unkomplizierten Fernwartung sowie speziell „zugeschnittenen“ Branchenlösungen, etwa für die Energietechnik, Lebensmittel- und Getränkeindustrie oder die chemische Industrie.
Sensorik und Bildverarbeitung: Immer mehr Anwendungen
Von einfachen Sensoren bis hin zu „smarten“ (intelligenten) Kameras reichte das präsentierte Portfolio bei der >Smart Automation Austria 2009< im Bereich der industriellen Bildverarbeitung und Sensorik. Bei den Ausstellern Buxbaum, Pepperl & Fuchs, Schmachtl, Sick sowie ifm konnte man anhand von neuen und teilweise auch im Detail weiterentwickelten Produkten sehen, wie die industrielle Bildverarbeitung und die Sensorik in der industriellen Fertigung und Automatisierungstechnik stetig in viele neue Anwendungsgebiete vordringt.
Gerade in der Sensorik geht es immer mehr um komplexe sicherheitsrelevante Einsätze. Ebenso um die vorbeugende Instandhaltung (Condition Monitoring), wo ausgefeilte Sensorik, die heute oft vibrationsfest und stoßresistent sein oder hohen Temperaturen, Feuchte, Staub und aggressiven Medien Stand halten muss, teure Maschinenstillstandzeiten zuverlässig verhindern kann. Alle Informationen unter www.smart-automation.at. (+++)
|